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Modellballonbau
Auf dieser Seite möchte ich zeigen, wie ich meinen Ballon gebaut habe. Man kann daran erkennen, was alles dazugehört einen solchen Ballon zu bauen. Vielleicht kann dieser Baubericht auch angehenden Modellballönern eine kleine Hilfe bei der Planung und dem Bau ihrer eigenen Ballone sein.
Am Anfang las ich einen Artikel über Modellheißluftballone in der Zeitschrift Modell. Im Internet fand ich dann einiges was mir bei der Planung meines Ballons zu Hilfe kam. Grossen Dank muss ich Matthias Schlegel und seinem Vater Werner sagen, die mir bei der Vorbereitung sehr geholfen haben. Beim Innenausbau des Korbes hat mit Peter Heinzel wertvolle Ratschläge gegeben. Auch ihm sei an dieser Stelle gedankt. Er hat mich davon überzeugt, die Verbindungen von den Flaschen zu den Magnetventilen aus Sicherheitsgründen in Kupferrohr auszuführen und die Magnetventile zur Brennersteuerung direkt unter dem Brenner zu installieren, was sehr kurze Nachbrennzeiten der Hauptbrenner zur Folge hat.
Sehr gute Dienste hat mir auch dieses Buch vom VTH Verlag geleistet.
Ferngesteuerte Heisslluftballone
Von Klaus-Dieter Jahnke
vth Fachbuch BestNr.: FB2055
ISBN 3-88180-055-7
Die Hülle
Zuerst habe ich mir einen Plan gemacht, welche Ausmaße und wie groß mein Ballon sein sollte. Er sollte ca. 85 m3 Inhalt haben und einen Öffnungswinkel von 38°. Mit einem Programm von Udo Ulrich basierend auf den Formeln von Wolfgang Horr habe ich mir dann den Ballon berechnet und eine Liste ausgedruckt welche die Breite der Bahnen alle 5 cm anzeigte.
Die Daten meines Ballons:
Winkel Alpha 38 Grad Volumen 85,2 m3
Öffnungs-Radius 50 cm Ballon Radius 275 cm
Radius der Kugel 237 cm Höhe 670 cm
Bahnen 24 Stück Bahnlänge 851 cm
Hier könnt ihr euch das Programm von Udo Ulrich herunterladen.
Danach habe ich die 8,5 Meter
langen Bahnen in 7 Segmente geteilt, welche ich im Maßstab 1:10 aus Karton
ausgeschnitten habe. Mit diesen Kartonstücken habe ich auf Millimeterpapier die
benötigte Stoffmenge pro Farbe ermittelt. Ich habe für jede der 3 Farben 26
Meter 1,5 Meter breiten Stoff besorgt. Das unterste Segment besteht aus
unbrennbarem Nomex-Stoff, aus dem z.B. auch Feuerwehruniformen genäht werden. Danach habe ich mir für die 7
Segmente
Schablonen in Originalgröße aus Karton angefertigt, welche ich an den Rändern mit Alufolie
verstärkt habe. Diese Schablonen habe ich zum ausschneiden der Segmente aus
den Stoffbahnen mit einem 60 Watt Lötkolben verwendet. Nachdem ich alle Teile
der Hülle ausgeschnitten hatte ging es ans zusammennähen. Da ich schon Erfahrung
vom Modellfallschirmnähen habe, war das kein großes Problem. Man kann sich
vorstellen, dass diese Menge Stoff beim zusammennähen ganz schön schwer wird und
enorm Platz braucht. In dieser Zeit habe ich das Esszimmer und Teile der Küche
ganz schön belagert. Schwer war das zusammennähen der letzten Bahn, da der ganze
Ballon nun an einem Stück war. Doch das schwierigste sollte noch kommen. Es
fehlte da nur noch die runde Polkappe. Zum einnähen der Polkappe habe ich einen
Trick verwendet.
Ich
habe einfach aus
einem Schrankrückwandbrett ein kreisförmiges Teil so groß wie die Polkappe
ausgeschnitten. Danach habe ich den Stoff der Polkappe zusammen mit dem Stoff
der einzelnen Bahnen in den Sägeschnitt geklemmt und mit dem Lötkolben die
Stoffe miteinander verschweißt. Danach musste nur noch die Polkappe eingenäht
werden. Das war natürlich nicht leicht, weil ich eine komplette Hüllenseite also
ca. 8,5 Meter Stoff in zwischen Nähmaschine und Nähfuß unterbringen musste.
Der Korb
Neben der Ballonhülle war das flechten des Korbes eines der wichtigsten Dinge beim Bau meines Ballons. Da ich in der Schule schon einmal mit Peddigrohr gearbeitet hatte, wusste ich schon ein wenig wie ich es anstellen musste. Viel schwieriger gestaltete es sich für mich das Material dafür zu bekommen. Ich bekam es schließlich bei Korb Thies in Ludwigshafen in der Bahnhofstrasse. Für die Stäbe verwendete ich 7 mm Peddigrohr obwohl mir 5 mm besser erscheinen. Zum flechten des Korbes verwendete ich 2,4 mm und 3 mm Peddigrohr. Das Brennergestell wird von 6 mm Alurohren aus dem Baumarkt getragen. Als Bodenplatte verwende ich 2 Birkensperrholzplatten 3 mm mit einer Zwischenlage aus 10 mm Balsaleisten. In die Bodenplatte habe ich 45 Löcher gebohrt in denen die Stäbe mit Klebstoff befestigt wurden. Wichtig ist es eine ungerade Anzahl von Stäben zu haben, sonst ist es nicht möglich den Korb richtig zu flechten. Das Peddigrohr für die dunklen Stellen habe ich mit einer Kaliumpermanganatlösung behandelt. Das Peddigrohr muss vor der Verarbeitung ein paar Minuten in Wasser gelegt werden um es geschmeidig und weich zu machen. So kann man es auch um enge Radien legen.
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Nach weiteren Arbeiten wie z.B. dem befestigen des Doppelbrennerrahmens von Bölling mit Festo Gabelköpfen, dem Innenausbau mit Flaschen, Basisblock und Rohrleitungen aus Kupfer folgten noch das anbringen der Magnetventile am Doppelbrennerrahmen, der Bau der Steuerbox und das herstellen der Drahtseile zum befestigen der Hülle am Brennerrahmen. Am 07.05.02 erfolgte dann die Jungfernfahrt meines Ballons auf dem Modellfluggelände des Modellflugvereins Bad Dürkheim-Ludwigshafen. Beim ersten Versuch war noch zu viel Wind und ich habe mir gleich ein Loch in die Hülle gebrannt. Etwas später, als der Wind dann nachgelassen hatte waren die Bedingungen gut genug um den ersten Start durchzuführen. Alles in allem war es viel Arbeit den Ballon zu bauen, aber das Ergebniß ist denke ich gut geworden und er wird mir bestimmt noch viele schöne Stunden bereiten.
Ballondaten:
Inhalt: 85 m3
Umfang: 17,3 m
Höhe mit Korb: ca. 8 m
Gewicht der Hülle: 6,9 Kg
Gewicht des Korbes: 7,0 Kg
Gesamtgewicht leer: 13,9 Kg
Gewicht mit Gasfüllung ca.: 16 Kg
Tragfähigkeit: ca. 25 Kg je nach Temperatur
Fahrtdauer mit 4 Flaschen: 45-60 Minuten
Treibstoff: Propangas aus Campingasflaschen (Flüssigphase)